Sie wohnen in Magdeburg ? Helfen Sie mit, dass Magdeburg grün bleibt --- nehmen Sie einen Kleingarten in einem der zahlreichen Magdeburger Kleingärtnervereine in ihrer Nähe. Für eine Übersicht der Freien Gärten klicken Sie bitte HIER


In allen Organisationsebenen der kleingärtnerischen Interessen- und Aufgabenvertretung ist der ehrenamtlich tätige Kleingärtner die Hauptkraft. Das gilt sowohl für den Kleingärtnerverein als auch für den Stadt-, Landkreis- und Regionalverband über die Landesverbände, den Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. bis zu der europäischen Kleingärtnervereinigung dem "Office International".

Der Verband der Gartenfreunde Magdeburg e.V. mit seinen 239 Vereinen benötigt etwa 1500 "Ehrenamtler", um die Aufgaben zu erfüllen und die Leistungen zu erbringen, die vom Pächter der einzelnen Kleingartenparzellen mehr oder weniger dringlich erwartet werden. Vielen Gartenfreunden ist es nicht bewußt, welche Aufwendungen erforderlich sind, um das Zusammenwirken der Kleingärtner und das Hobby der Kleingartenbewirtschaftung beispielsweise in Magdeburg auf mehr als 15750 Gartenparzellen zu ermöglichen und zu sichern. So wie es in der Landeshauptstadt Magdeburg erforderlich ist, so verhält es sich ähnlich in den ca. 15 200 Kleingärtnervereinen, die in der Bundesrepublik der Gemeinschaft dem Bund Deutscher Gartenfreunde e.V. angehören.

Ohne die 10000 ehrenamtlichen Funktionsträger wäre das traditionelle Kleingartenwesen in Deutschland nicht vorstellbar. Die im Ehrenamt tätigen Kleingärtner erbringen unentgeltliche Leistungen in kaum faßbarer Größenordnung durchaus nicht nur für Kleingärtner ihrer Gemeinschaft, sondern darüber hinaus für alle Bürger und nicht unbeträchtlich für die Erfüllung bedeutender gesellschaftlicher Anliegen des Staates.

Die Kleingartenanlagen sind Bestandteil des öffentlichen Grüns und in aller Regel den erholungssuchenden Bürgern der Städte und Gemeinden frei zugänglich. Darüber hinaus leisten die Kleingärtnerorganisationen in hohem Maße Sozialarbeit. Kleingärtnervereine beweisen jeden Tag, dass wirksame Hilfen für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Vorruheständler und anderen von der gesellschaftlichen Ausgrenzung bedrohten Bürgern kein Lippenbekenntnis ist. In den Vereinen wird solchen und anderen Bürgern, denen oft ungewollte Freizeit zuteil wurde, ein Angebot unterbreitet, dass in der Mehrzahl der Fälle gern angenommen wird und wesentlich dazu beiträgt das Selbstwertgefühl zu erhalten. Mitbürger ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, Bürger aus fremden Kulturkreisen für sie und viele mehr bietet der Kleingarten auch wegen der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer eine ideale Möglichkeit am gesellschaftlichen Leben sinnvoll teilzuhaben.

Die in der Kleingartenbewegung erbrachten und stets aufs neue zu erbringenden Leistungen, sind offenbar noch nicht weit genug in das Bewußtsein, der in der Politik und Verwaltung vorgedrungen. Anders ist es kaum zu erklären, dass zwar in "politischen Sonntagsreden" gerade vor Wahlen mit Lob für das soziale Engagement der Kleingärtner nicht gegeizt wird aber konkrete Schritte zur Gleichbehandlung der ehrenamtlich tätigen Bürger im Steuerrecht und anderen gesetzlichen Regeln noch immer ausstehen.

Im Rahmen der Fachberatung wird auf allen kleingärtnerischen Organisationsebenen Umwelt- und Naturschutz als systematische Erwachsenenbildung betrieben. Auch diese ehrenamtlichen Leistungen verdienen Anerkennung in der Politik.

Die Anforderungen an das Ehrenamt sind in einem Maße gestiegen, dass es zunehmend schwieriger macht, die Ämter in den Vereinen qualifiziert zu besetzen. Dazu kommt, dass den ehrenamtlich Tätigen oftmals sogar die Anerkennung "aus den eigenen Reihen" versagt bleibt. Während die ehrenamtliche Arbeit anderer für den Verein oder Verband als selbstverständlich angesehen wird, verweigert man die eigene Mitarbeit in einem Ehrenamt. Die Erwartungshaltung der Mitglieder gegenüber den Vorständen ist größer geworden. Dabei erbringen die "Ehrenamtlichen" zusätzlich oft noch ihren Teil an der Gemeinschaftsarbeit (Pflichtstunden) oder werden sogar zur Leistung von Ersatzbeträgen herangezogen, obwohl ihr Einsatz im Ehrenamt bereits ein Vielfaches an Zeit und Arbeit kostet. Eine Folge ist, dass die Bereitschaft, sich in der Freizeit unentgeltlich für die Belange anderer einzusetzen und sich gar dafür am Ende noch Ärger oder persönliche Angriffe einzuhandeln, merklich geringer geworden ist. Damit geht natürlich die Gefahr einher, dass die Qualität der Arbeit in den Vereinsvorständen abnimmt.

Vor allem jüngere Mitglieder sind aufgefordert, sich verstärkt in ihren Vereinen ehrenamtlich zu betätigen.

Kleingärtnerinnen möchten wir ermutigen sich in die Ehrenämter der Vereine und Verbände wählen zu lassen. Der Anteil der Leistungen, den die Frauen tatsächlich in den Vereinen erbringen, spiegelt sich nicht annähernd in ihrer Vertretung in den Vorständen wieder. Von 239 Kleingärtnervereinen erhielten in 18 Kleingärtnervereine Frauen das Vertrauen der Mitglieder und stehen den Vereinsvorständen vor.

Neben unserer Forderung an die Politik und die Verwaltungen konkrete Schritte einzuleiten das Ehrenamt zu fördern, ist es die Pflicht eines Jeden zu überdenken, wie wir uns selber zum Ehrenamt stellen und das wir bereit seien müssen ein Ehrenamt zu übernehmen. Die Erfüllung eines Amtes, beispielsweise für unsere Gartenfreunde, muss wieder eine Ehre sein und darf nicht zur Plage werden. Ohne das Ehrenamt ist das kleingärtnerische Hobby auch für die Zukunft nicht vorstellbar.